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Klassische Briefmarken in Kunststoff-Folien


In der Fachpresse sind in jüngster Zeit Artikel erschienen, die die Eignung von Folien für die Unterbringung von bestimmten klassischen Briefmarkenausgaben von ca. 1850 bis 1875 und dabei bestimmter, in der Regel rötlicher Farbtöne, z.T. kontrovers diskutieren.
Insbesondere werden Verfärbungen bestimmter klassischer Marken bei Unterbringung in PVC-Folien diskutiert, wobei eine Reaktion der bleihaltigen Druckfarben mit Stabilisatoren der Folie vermutet wird.
Ein kausaler Zusammenhang konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Insbesondere ist keine chemische Reaktionskette bekannt geworden, die einen Zusammenhang ergeben oder erklären könnte.
Bei "modernen", nach 1875 in der Regel mit synthetischen Farbstoffen gedruckten Marken treten diese Probleme nicht auf.

Im folgenden informieren wir über die von uns eingesetzten Folien und deren Anwendungsbereiche. Im Anschluß veröffentlichen wir Untersuchungen der von uns eingesetzten Hart-PVC-Folie.

Besonders hinweisen möchten wir in diesem Zusammenhang auf die Diskussion der Markenverfärbungsproblematik aus Zeiten, lange bevor es Folien überhaupt gab. Vergleichen Sie hierzu ebenfalls die völlig wertungsfrei wiedergegebenen Zitate aus der Literatur und Katalogen aus der "Vor-Folien-Zeit" und der daraus resultierenden Unabhängigkeit der Markenverfärbungen von Folien.

Wir verarbeiten folgende Folien:

1a) Hart-PVC: Weichmacher und stearatfrei. Anwendungsbereiche: Hüllen, Einsteckblätter.
Die Hart-PVC-Folie für Hüllen wird seit 1957 eingesetzt. Einsteckblätter aus Hart-PVC-Folie wurden erstmals 1958 produziert.

1b) Weichmacherfreie und stearatfreie PVC-Folie für dual-Vordruck-Alben: Diese Folie wird in Sonderanfertigung für uns in einer modifizierten, mechanisch-veränderten Struktur seit 2000 hergestellt. Dual-Vordruckblätter werden seit 1977 produziert.

2) Polypropylen: Anwendungsbereiche: Verschiedene Hüllen, Folienblätter für bestimmte Anwendungsgebiete (z.B. Blätter für Postkarten, Briefe usw. und Einsteckblätter bzw. Hüllen für sonstige Sammelgegenstände).
Hüllen, Einsteckblätter aus PP werden seit 1998 produziert.

3) Polyester PET* (G-PET): Polyethylenterephtalat. Anwendungsgebiet: Hüllen. Teilweise Vordruckblätter als Deckfolie. PET wird seit 1993 eingesetzt.

4) Polystyrol: Anwendungsgebiet: Klemmtaschen "tabs" mit 2 Klemmnähten, über Fa. Hawid.


Obige Folien sind bezüglich Aufbewahrung von Briefmarken vielfach getestet und für geeignet empfunden. Vergleiche zu den von uns verwendeten Folien u.a.: WM.E.Souder: One more time: Are stamps safe in plastic? Huntsville 1999 (mit angegebener Literatur und Untersuchungen).

Zu Punkt 1 der von uns verwendeten Hart-PVC-Folien veröffentlichen wir zwei Untersuchungen als PDF zum Download.

Die erste Untersuchung des Steinbeis-Transferzentrums vom 10.3.2003, Prof. Herr, welche aus 2 Teilen besteht, betrifft das Langzeitverhalten von verschiedenen klassischen Briefmarken in verschiedenen Folientaschen (u.a. 3 verschiedene Typen Hart-PVC): Den Versuchsaufbau, die verwendeten Briefmarken usw. entnehmen Sie bitte dem Untersuchungsbericht. Das Ergebnis ist, dass sich keine Rückschlüsse auf eine Empfindlichkeit der Briefmarken gegenüber den Briefmarken neutral verhalten.

Bei dem zweiten Versuchsteil wurde eine klassische Briefmarke mit gasförmigen Schwefelwasserstoff in Verbindung gebracht. Nachgewiesen wurde, dass Schwefelwasserstoff, wie er in der Atmosphäre vorkommt(!), eine Bleisulfidfärbung hervorrufen kann.

Die zweite Untersuchung des Steinbeis-Transferzentrums vom 31.3.2003, Prof. Honnen, betrifft auch die von uns verwendete Hart-PVC-Folie: Nachgewiesen wurde mit allen hier zur Verfügung stehenden, wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden (3 unterschiedliche Methoden), dass kein Austritt von schwefelhaltigen Verbindungen aus der Folie festgestellt wurde.

Unsere Folien wurden laufend getestet. Es besteht kein Anlaß, an der Eignung für Briefmarken, auch für sog. "klassische" Marken zu zweifeln. Insbesondere ist das dreifach untermauerte Untersuchungsergebnis der Untersuchung von Prof. Honnen wichtig, welches zeigt, dass aus der von uns verwendeten Hart-PVC-Folie keine Weichmacher oder Stabilisatoren heraus migrieren und demzufolge auch mit nichts reagieren können.

Mit freundlichen Grüßen
SAFE-Kundeninformation


*
PET (G-PET):
Anwendungsgebiete: Verschiedene Hüllen, teilweise Deckfolie bei Vordruckblättern, bereits seit Jahren im Einsatz.

Da bei verschiedenen Diskussionen derzeit Polyester- und Styrolfolien als besonders geeignet für bestimmte Anwendungen beschrieben werden, möchten wir darauf hinweisen, dass wir bereits seit Jahren auch diese Polyester-Folie für bestimmte Blätter bei der Fertigung einsetzen, was sicher zeigt, dass bei uns alle innovativen Möglichkeiten zeitnah Umsetzung finden.
Da derzeit konkret wissenschaftlich jedoch nicht erwiesen bzw. bestätigt werden kann, dass diese Folien im Vergleich zu weichmacherfreiem Hart-PVC besser geeignet sind, möchten wir auch auf Empfehlungen bzw. Wertungen der Folie verzichten.
Dennoch möchten wir klar zum Ausdruck bringen, dass wir stets versuchen, alle innovativen Ideen aufzugreifen.
Sollten konkrete erwiesene Tests vorliegen, dass spezielle Folien für spezielle Anwendungen besonders gut geeignet sind, sind wir immer bereit, diese Materialien in unserem Produktionsgeschehen umgehend in größerem Maße zu berücksichtigen, die Entwicklung bleibt schließlich nirgends stehen.





Prüfberichte als PDF zum Download



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Katalogauszüge als PDF zum Download


00009750mobilesdigitalmikroskop.pdf [5.721 KB]
00009865philalux3.pdf [294 KB]
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